Zeronic – Grandezza

Ein wirklich schönes und abwechslungsreiches Stück Indierock ist es geworden, das inzwischen vierte Album „Grandezza“ (Commitment/Hoanzl) der burgenländischen Band Zeronic. Seit nunmehr 15 Jahren sich am glatten Parkett der heimischen Alternative-Szene behauptend, gelingt es der aus Rainer Kossits, Paul Trummer und Mik Tanczos bestehenden Truppe immer noch, das qualitative Level ihrer Musik hoch zu halten. Was vor allem daran liegt, dass sich die Band erfreulicherweise nicht im ständigen Wiederholen übt, sondern sich vielmehr stets darin versucht, den eigenen Sound einer steten Weiterentwicklung zu unterziehen. Zeronic präsentieren sich 2012 als eine immer noch ungemein frische und von der Leidenschaft gepackte Indiepop-Gruppe, der es ganz offenbar überhaupt nicht schwer fällt, einen erstklassigen und qualitativ hochwertigen Song nach dem anderen aus den Ärmeln zu schütteln. Absolut empfehlenswert.

Hier ist eine Band am Werken, die ihre Lektion in Sachen Songwriting ganz offensichtlich wirklich gelernt hat und der Eigenständigkeit immer schon mehr den Vorzug gegeben hat gegenüber irgendeiner Massentauglichkeit. Sich niemals den aktuellen Strömungen oder Trends anbiedernd, haben Rainer Kossits, Paul Trummer und Mik Tanczos stets ihr eigenes Ding durchgezogen und sind mit dieser Einstellung, wie die Erfolge der ersten drei Alben „High Life“, „Feel The Nothing“ und „The Price Of Zeitgeist“ eindrucksvoll zeigen, ganz exzellent gefahren. Auch auf dem neuen Werk „Grandezza“ geben sich Zeronic keinerlei Blöße und beweisen, dass man auch nach Jahren des Beisammenseins, immer noch befähigt ist, wirklich klasse Songs auf den Weg zu bringen.

Mit dem Händchen für sich sofort in den Gehörgängen festsetzenden Melodien und dem Wissen, diese auch in spannende und abwechslungsreiche Arrangements zu verpacken, haben Zeronic erneut zehn bärenstarke Indiepop-Perlen entstehen lassen, die vom ersten bis zum letzten Moment in hohem Maße zu überzeugen wissen. Vielleicht um eine Spur rockiger als noch zuletzt ausgerichtet und den Gitarren mehr Raum bietend, zeigen sich die insgesamt zehn neuen Songs von einer überaus dynamischen und erfrischend energetischen Seite, wie es schon auf dem vielumjubelten Erstlingswerk der Fall war. Eine Art Rückkehr zu den Wurzeln, die in diesem Fall wirklich authentischen Charakters ist.

Zeronic unterstreichen mit ihrem neuen Album, dass sie immer noch in der Lage sind, sich auf spannende Weise weiterzuentwickeln, und dass sie Ende ihrer kreativen Fahnenstange noch lange nicht erreicht haben. „Grandezza“, das übrigens in Italien entstanden ist, macht einfach großen Spaß, verliert das Album doch auch nach mehreren Durchläufen nichts von seinem Reiz. (mt)

 

http://www.zeronic.net/